Das Verständnis für eine Bild oder eine Grafik ist abhängig vom Vorwissen des Zuschauers. Ein typisches Beispiel ist eine chemische Strukturformel - sie sagt dem chemisch Vorgebildeten alles, dem Laien nichts. Links sehen Sie so eine Strukturformel. Sie kennen die Substanz. Wenn Sie aber weder Apotheker noch Mediziner oder Chemiker sind, werden Sie anhand dieser Darstellung niemals ermitteln, dass es sich um Vitamin C handelt!
Einige Bildarten muss man auch erst lesen lernen. Ablaufdiagramme erschließen sich dem Unkundigen nicht beim ersten Mal. Ihre Logik und Struktur muss man erst lernen, bevor man ein konkretes Ablaufschema verstehen kann. Genauso geht es mit einer technischen Skizze oder einer geologischen Karte - wer nicht gelernt hat, diese Darstellung zu interpretieren, kann damit gar nichts anfangen.

Bei vielen sehr komplizierten Sachverhalten ist eine Abbildung hilfreich, nachdem man den Vorgang verstanden hat. Das Bild hilft beim Strukturieren des Gelernten und später beim Erinnern.
Typisch ist das Bild des Zitronensäurezyklus oder der Photosynthese. Eine Abbildung hilft nichts, wenn Sie die chemischen Vorgänge nicht bereits begriffen haben. Ist man aber in der Chemie sattelfest und hat denSachverhalt verstanden,hilft die Grafik dabei, einen hochkomplexen Sachverhalt zu memorieren und zu erläutern.
Letztendlich läuft es immer darauf hinaus, dass ein Bild im Kopf des Zuhörers entsteht. Und daran wirkt das Bild an der Wand nicht immer mit. Legen also nicht so viel Gewicht auf die Bebilderung in Form von Grafik und visuellen Elementen. Entwickeln Sie bildhafte Elemente in Ihrer Sprache, Ihrer Vortragstechnik, Ihrer Mimik und Gestik und Ihren Beispielen. Seien Sie insgesamt anschaulich.
30.08.2007