Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
… tut es das? Ein viel zitierter Satz, der nicht an Wahrheitsgehalt gewinnt, weil er ständig wiederholt wird. Allein schon die Quelle des Zitats zu finden, erweist sich als unmöglich. Ist es nun ein chinesisches Sprichwort, direkt von Konfuzius? Oder hat der Werbefachmann Fred Barnard den Spruch 1921 geprägt? Wer auch immer der Urheber sein mag, stimmt der Satz?
So pauschal nicht. Nicht jedes Bild ist in der Lage, einen komplizierten Sachverhalt zu erhellen und nicht für jeden Lernenden ist ein Bild eine Verständnishilfe. Darüber hinaus bedeutet "Visualisierung" nicht einfach das Herzeigen von Bildern.
"Visualisieren" muss letztendlich ein Bild im Kopf des Zuhörenden oder Lernenden erzeugen. Viele Hilfsmittel dienen dazu:
- Sie können einen Sachverhalt in eine Geschichte packen und so ein inneres Bild der Vorstellung durch den Zuhörer in Gang setzen. Erzählen Sie, wie Sie das Thema entdeckt haben oder picken Sie ein Detail heraus, das interessante Auswirkungen hat.
- Sie können einen Vorgang vorspielen (ob Sie es glauben oder nicht: selbst Excel-Themen kann man vorturnen...),
- Sie können ein sprachliches Bild verwenden, eine Allegorie, einen Vergleich heranziehen.
- oder einfach nur eine starke, aussagekräftige Gestik einsetzen.
- Natürlich können Sie auch ein fertiges Bild wie eine Fotografie zeigen. Das fordert am wenigsten Aktivität von den Zuschauern.
Mich beschäftigt auch das Vordringen der Hörbücher und Podcasts. Sie sind ein Beleg, dass das Herzeigen von Bildern nicht das Wichtigste ist. Eine gute Erklärung, die ein Bild in meinem Kopf entstehen lässt, kann auch ohne visuelle Hilfsmittel daherkommen.
30.07.2007